Am Tag der Arbeit mit drei Mann nach Seligenstadt ...

Nur wenige Unverwüstliche hatten sich zur traditionellen Wanderfahrt der HRG am 1. Mai zu den Seligenstädter Seglern eingefunden: Dieter König, Bernd Priemer und Herbert Schächtele. Als kurz vor Abfahrt der "Main" unser Vorsitzender Frank Arnold zur Vorbereitung seiner privaten Feier am Bootshaus eintraf, entspann sich zwischen Dieter und ihm folgender Dialog: Frank: "Wieviel seid ihr?" Dieter: "Drei". Frank: "Drei Vierer?" Dieter: "Drei Ruderer."

Leider hat die Resonanz in den vergangenen Jahren immer mehr nachgelassen. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen einmal Gedanken über bessere Werbung und Motivation des Rudervolks machen, denn Fahrt und Aufenthalt bei den Seglern waren immer ein schönes Ereignis - auch mit geringer Beteiligung.

Trotz trockener und teilweise sonniger Witterung waren die Bedingungen alles andere als einfach. Heftiger Wind und dadurch verursachte hohe Wellen - teilweise mit Schaumkronen - forderten vollen Einsatz. Umso höher ist deshalb die Steuerleistung unserer Nummer 1 Bernd Priemer zu bewerten, der den Dreier ohne Steuermann von seinem Ruderplatz aus durch das sehr unruhige Wasser lenkte. Die Schleusung in Krotzenburg verlief ohne größere Wartezeiten gemeinsam mit einem Motorboot, und gegen 13 Uhr konnten wir am Seglerhafen anlegen.

Dort warteten bereits einige Radfahrer(innen), die den Weg mit dem Velo zurückgelegt hatten. Speis und Trank - insbesondere hervorragender selbstgebackener Kuchen - schmeckten wieder sehr gut, wie man überhaupt lobend erwähnen muss, dass wir immer freundlich bewirtet worden sind.

Da die Ruderer noch einen Besuch auf einem kleinen Fest auf Klein-Krotzenburger Seite nahe der Schleuse vorhatten, brach die Vierer-Besatzung gegen 15 Uhr auf - Werner Marquart half freundlicherweise beim Ablegen - und arbeitete sich gegen den nun herrschenden Gegenwind und immer noch hohe Wellen Richtung Hanau. Der Festbesuch war eine leichte Enttäuschung, denn die erhoffte Bratwurst gab es nicht, dafür lediglich eine trockene Brezel, allerdings kaltes Bier, mit welchem Bernd die Besatzung versorgte, die dann auch im Boot blieb, zumal der starke Wind am Boot rüttelte.

Dann kam die nächste Enttäuschung. Während sonst immer die Schleusenmeister sehr entgegenkommend waren, verwies uns der Diensthabende diesmal auf die Sportbootschleuse.

Das ärgerte uns umso mehr, als beide Schleusenkammern oben waren und kurz nach unserer Ausfahrt aus der Sportbootschleuse ein Frachtschiff von unten kam, die Schleuse also ohnehin hätte herabgefahren werden müssen.

Aber auch das steckten wir weg und landeten sicher am Heimatsteg, wo wir noch den obligatorischen Umtrunk genossen.

Nächstes Jahr sollten wieder einmal mehrere Boote die Tradition beleben und die Fahrt nach Seligenstadt antreten.

Herbert Schächtele