VOGALONGA – Eine faszinierende Ruderfahrt auf der Lagune von Venedig

Viel hatten wir schon von diesem wassersportlichen Großereignis in Venedig gehört und unsere Erwartungen waren entsprechend groß, als Herbert Diehl, Hans Driedger und Hermann Priester in einem Gig-Vierer mit dem Ehrenvorsitzenden und dem Finanzvorstand der Mülheimer RG gemeinsam mit 25 Ruderinnen und Ruderern aus Tours an der Loire, die uns die Teilnahme ermöglicht hatten, in dieses Abenteuer am Pfingstsonntag starteten.

Da wir noch knapp 10 Kilometer bis zum Start am Markusplatz vor dem Dogenpalast rudern mussten, ging es sehr früh los. Endlich um 9 Uhr ertönte die Startkanone und setzte zirka 1.700 Boote in Bewegung – Rudereiner bis Achter, Kajaks, Barken, Kirchboote, Gondeln in verschiedenen Formen, Drachenboote usw. – Faszination pur!

Sturmwarnungen für den Pfingstsonntag lagen zum Glück falsch. Die Lagune war uns gnädig, nur wenige Wellen schwappten über die Ausleger ins Boot. Zunächst war die Strecke in die Lagune hinein noch recht breit, doch die ersten Kurven sorgten für Chaos und Staus. Entscheidend war hier nicht, wie schnell man rudern konnte, sondern wie gut der Steuermann Lücken fand, Staus umfuhr und oft rücksichtslosen Nachbarbooten aus dem Wege ging.

Ab der wunderschönen Insel Burano nahm der Verkehr etwas ab, da hier viele Boote Pause machten. Wir ruderten ohne Pause weiter, um nicht in das berüchtigten Chaos in der Einfahrt zum Canale Grande zu geraten. Umjubelt von der einheimischen Bevölkerung und Tausenden von Touristen, dicht gedrängt an beiden Uferseiten und auf den Brücken, ruderten wir begleitet von Musik und Glockengeläut um die Mittagszeit die letzten drei Kilometer auf dem berühmten Canale Grande und erreichten schließlich unser Ziel, den Markusplatz, wo wir einzeln namentlich aufgerufen wurden und bei großen Applaus unsere Medaillen erhielten.

Vogalonga, ein beeindruckendes, unvergessliches Rudererlebnis, das durch abwechslungsreiche Besichtigungen, längere Spaziergänge durch enge Gassen und über zahllose Kanalbrücken dieser zauberhaften Stadt sowie gesellige Runden mit unseren französischen Freunden abgerundet wurde.

Hermann Priester