AH-Wanderfahrt: Mit der Rhein nach Bonn

Schauen, genießen ...
... treiben lassen ...
... und mal was reparieren.

Am 9. Mai starteten Manfred Krenzlin, Jürgen Senge, Herbert Schächtele, Bernd Priemer und Klaus Stall wie geplant um 11 Uhr am HRG-Bootshaus bei herrlichem Ruderwetter mit dem Tagesziel Flörsheim. Aufgrund erhöhtem Schiffsverkehr nahmen wir sowohl in Mühlheim als auch in Offenbach die Bootsschleuse und waren damit erheblich schneller talwärts unterwegs als manch ein Frachtschiff. Unterwegs in Oberrad wurde eine kurze Mittagspause einlegt und weiter ging es ...

Dank der Ortskenntnis von Jürgen Senge wurden wir informiert über historische Gebäude, Museen, Brücken und was es sonst noch so zu sehen gab in Frankfurt. Weiter durch Griesheim und die Schifffahrtsschleuse, durch Nied und Höchst, Kelsterbach von seiner schönsten Seite, durch die letzte Bootsschleuse des Tages in Eddersheim bis Kilometer elf zum Flörsheimer Ruderverein. Dort im Biergarten haben wir ein wohlverdientes Getränk heimischer Kelterkunst zu uns genommen und dann in einem über 500 Jahre alten Fachwerkhaus die entsprechenden Zimmer bezogen. Zum Abendessen im gegenüber gelegenen Karthäuser Hof gesellte sich noch unser Ruderkamerad Horst Aussenhof zu uns.

Anlegen in Bacharach will gelernt sein

Mittwochmorgen um 10 Uhr ging es dann weiter mit dem Etappenziel Mainz, um unser Übernachtungsgepäck dort unserem Landdienst Hans-Jürgen Schmitt mitzugeben – vielen Dank dafür! Nur noch eine letzte Schleuse bis zur Einfahrt auf den Rhein, wo wir gleich wegen eines Passagierschiffes und einer passend liegenden roten Tonne eine Welle an Bord genommen haben, was zur Kühlung unserer Getränkevorräte gar nicht schlecht war. Ab dem Mainzer Floßhafen (Nikolausregattastrecke) ging es dann auf Grund der Strömung zügig voran, vorbei an Schierstein und Budenheim mit wunderbarem Ausblick auf den Taunus.

An vielen kleinen und großen Auen im Rhein vorbei, dem Niederwalddenkmal, vielen Burgen und Ruinen wie Ehrenfels, Mäuseturm, Rheinstein, Sooneck, Fürstenberg ging es mit kurzer Unterbrechung in der Gaststätte des Wassersportvereins Geisenheim zum Zwecke der Nahrungsaufnahme zum heutigen Ziel Bacharach. Unterwegs am Binger Loch hatten wir starken Wellengang erwartet, aber wegen sehr wenigen Schiffen und passendem Wind ging alles ganz glatt.

Das Anlegemanöver in Bacharach war da schon aufregender, da der Steg direkt oberhalb von Felsen im seichten Wasser liegt, aber auch da konnten wir uns wieder auf den Landdienst verlassen, der uns tatkräftig unterstützte. Unser Boot legten wir auf die Wiese des Bacharacher Rudervereins und machten uns auf den Weg ins Dorf. Schöne alte Fachwerkhäuser und Weinlokale haben wir bei unserer Ortsdurchwanderung gesehen und letztendlich ein wunderbares Lokal gefunden.

Vorbei an der Loreley ...

Am nächsten Morgen bei ganz leichtem Nieselregen entdeckten wir vor dem Einsetzen des Bootes, dass die Stange zur Halterung des Steuers an der Schweißnaht gebrochen war. Aufgrund der vorhandenen Oxidationsspuren hätte man das vielleicht schon früher entdecken können, aber dieses Problem wurde schnell in einer nahegelegenen Autowerkstatt behoben, sodass wir mit nur einer Stunde Verspätung ablegen konnten. Der Regen hatte inzwischen aufgehört und auf ging´s gen Loreley. Zuvor jedoch konnten wir die „7 Jungfrauen“, die Hungersteine und den Geisenrücken in der Flussmitte und das Kammereck betrachten. Denn wiederum war kein Schiff dort unterwegs, das gefährliche Wellen hätte erzeugen können. An der Loreley-Statue konnten wir uns vorbeitreiben lassen und den Ausblick genießen.

Weiter ging es an St. Goar vorbei, den Burgen Sterrenberg und Liebenstein (den Brüdern) bis zum Ruderclub Germania Boppard. In diesem malerischen Städtchen nahmen wir einen kleinen Mittagssnack und waren schon bald wieder unterwegs. Ziel des Tages war die Neuwieder Rudergesellschaft. Wir passierten Schloss Stolzenfels, die Lahn- und die Mosel-mündung mit der Feste Ehrenbreitstein und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck. Bis nach Neuwied mussten wir mehrfach die Rheinseite wechseln, was nicht immer ganz trocken ablief.

Ab durch die Mitte

Abends um 18 Uhr erreichten wir die Neuwieder Rudergesellschaft. Da bin ich froh, dass wir an der HRG nur den kleinen Hügel zum Wasser haben, denn in Neuwied werden die Boote über die Deichtreppe getragen, ca. 40 Stufen hoch und auch wieder runter. Wir legten unser Boote auf eine dem Steg nahe gelegene Rampe nach nur 15 Stufen. Ein wohlverdientes Hopfengetränk gab es im Restaurant der NRG und auch mit dem Abendessen haben wir den Verein unterstützt.

Tag vier mit der Kurzstrecke nach Bonn verlief ebenfalls problemlos, vorbei an Andernach, Linz, Remagen mit seinen berühmten Brückenpfeilern und Bad Honnef. Dort nahm die Schiffsdichte exponentiell zu und zum Teil musst wir in der Flussmitte fahren, da sämtliche Frachter und Personenschiffe beidseitig unter Land fuhren. Weiter ging es Richtung Königswinter und Bad Godesberg, wo wir letztmalig den Rhein kreuzen mussten, um an der Bonner Rudergesellschaft anzulegen.

Rückfahrt mit Hänger und Bahn

Schmitti hat dort schon mit dem Anhänger auf uns gewartet, sodass wir das Boot direkt aufladen konnten. Vielen Dank auch an Herrn Schweppe, einem Ruderer der Bonner RG, der just an diesem Tag dort seinen 90. Geburtstag feierte und persönlich die Reste des Buffets - eine reichliche Platte mit allerlei kleinen Häppchen – servierte. Herr Schweppe hat sich richtig gefreut, uns Hanauer Ruderer zu treffen, da er und auch sein Bruder früher mit unserem Ehrenvorsitzenden Henrik Lotz gerudert sind. Er lässt herzliche Grüße ausrichten.

Für die Rückfahrt im PKW von Herbert Schächtele mit Bootsanhänger standen natürlich keine sechs Plätze zur Verfügung, sodass zwei von uns mit der Bahn zurückkamen. Das Steuer wurde von Bernd Priemer noch nachbearbeitet, sodass das Boot jetzt wieder zur Verfügung steht.

Wir danken ganz besonders Herbert Schächtele für die Organisation der Fahrt und Hans-Jürgen Schmitt für den Landdienst.

Im Namen aller Mitruderer

Klaus Stall

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