Gemischte Wanderfahrten auf dem Main

In den letzten Tagen waren/sind gleich zwei HRG Fahrten auf dem Main unterwegs.

Die erste Gruppe (Mollebusch) startete am 27.05.18 in Obereisenheim und ruderte am Dienstag bis Würzburg. Die Hitze hat hier ihren Tribut gezollt, denn es sollte eigentlich bis Zellingen gehen.

Hier der Erlebnisbericht der Fahrt, die Sigrun und Klaus Stall organisiert haben:

Erinnerung an die Main-Wanderruderfahrt 2018 von Bettina Gerner

Teilnehmende der Main-Wanderfahrt Juni 2018 sind: Katharina, Siegrun, Heike, Ivonne, Bettina, Klaus, Herbert S, Herbert D, Gerhard, Lars, Manfred und Martin B.

Am 30.Mai brechen wir aufgrund einer geringen Verspätung von Martin und Bettina fast pünktlich von Hanau aus auf zu unserem Ausgangspunkt der diesjährigen Wanderfahrt - nach Zellingen am Main. Da Martin und ich mit den Interna und persönlichen "Spezialitäten" der HRG noch nicht vertraut sind, gestaltet sich die Autofahrt mit "H+H" (der Dünne und der Laute) bereits sehr interessant und informativ. Wichtige Begriffe wie "Massig" und "Dabbes" werden übersetzt und erklärt, und auch der notwendige verbale Umgang mit schwierigen Situationen im Schifffahrtsverkehr kurz umrissen und geklärt, dass es mit "Halt`s Maul" oder/und "das-geht-dich-garnichts-an" gut sein muss! Soweit also!

In Zellingen angekommen, nehmen wir einen kleinen Imbiss ein - schon an dieser Stelle sei gesagt, dass Planung, Versorgung, Streckenauswahl und Unterkunft dank der sorgfältigen und liebevollen Planung von Siegrun und Klaus keine Wünsche offenlassen. Falls all das eine Werbung für die Teilnahme an weiteren Wanderfahrten sein sollte, hat es hundertprozentig funktioniert. Von Ivonne und Manfred, Martin und mir wurde dies deutlich zum Ausdruck gebracht, und ich erlaube mir, auch für Lars zu sprechen, der - auch wenn er diätetisch gewisse Abstriche machen musste - sehr begeistert ist. Auch medizinisch muss man sagen: Wer eine solche Wanderfahrt mitmacht, braucht keine REHA und keine Antidepressiva mehr! Von einer Personenwaage ganz zu schweigen... (Unter uns: Man nimmt zu, auch wenn man sich den ganzen Tag bewegt - wahrscheinlich Muskelmasse!)

Die Themen sind im Wesentlichen (hierarchisch gesehen).
1. Die Menschen,
2. Essen und Getränke (Genuss)
3. Die Landschaft/der Fluss
4. der interkulturelle Dialog
5. Männer und Frauen (gehört eigentlich auch zum interkulturellen Dialog)
6. sportliche Aktivität

Also: Wir starten von Zellingen aus mit einem Vierer + Steuermann und einem Dreier + Steuermann. Klaus hat noch eine kleine posttraumatische Belastungseinschränkung, andere sind ein bisschen aufgeregt und gespannt, ob nicht eine konditionelle Einschränkung zum Problem werden könnte; schließlich läuft alles prima. Wir legen am ersten Tag bestens gelaunt ca 25 km zurück und beenden die erste Etappe in Gemünden. Von dort fahren wir nach Kreuzwertheim, wo wir in einem kleinen, familiär UND professionell geführten Hotel einchecken, das für die Dauer der Fahrt unser Quartier sein wird.

Zum Abendessen stoßen Schmitti und Linda zu uns, und wir lernen, dass man auch mal lustvoll Fünfe geradelassen sein kann.

Am zweiten Tag gehts von Gemünden nach Marktheidenfeld. Der Landdienst versorgt uns vorbildlich, die Strecke ist traumhaft schön. Die bewaldeten Hügel mit hier und da einer Burgruine, die sich im Fluss spiegelnden Schattierungen von Grün und das ruhige Bewegtsein bringen sinnlichen Genuss und körperliche Wohlspannung. Wir legen abschließend in Marktheidenfeld an. Ivonne, Katharina und Bettina haben mit der geduldigen und freundlichen Unterstützung von Herbert S. einen Eindruck von der Kunst des Steuerns bekommen. Gar nicht so einfach!

Am Abend kehren wir in der „Häckenwirtschaft“ Alte Grafschaft von Norbert Spielmann in Wertheim ein. Auf dem Weg dorthin werden wir zum ersten - und einzigen - Mal vom Regen überrascht. Dank der Wärme trocknet alles schnell, und wenn nicht der – in diesem Fall kühle – Weißwein auf dem erhitzten Herbert S gelandet wäre… Im Verlauf des Abends findet sich eine schwäbische Wahlverwandtschaft zwischen Katharina und Lars, deren intensiver Austausch im geistigen und sprachlichen Gleichklang den Einstieg in den anfangs erwähnten interkulturellen Dialog mit sich bringt. Wir Hessen wirken daneben eher etwas schwerfällig… Gerne lassen wir uns von den klangvollen Wortspielen der beiden unterhalten und inspirieren, der gereichte Apfelperlwein, Wein und Tresterschnaps sorgen zusätzlich für ausgelassene Stimmung. Norbert Spielmann gibt uns einen Einblick in seine Philosophie des Weines, ist doch die Gastwirtschaft eigentlich nur ein kleiner Nebenschauplatz seines Weingutes und der Weinhandlung mit Schwerpunkt auf dem leckeren fränkischen Riesling.

Am dritten Tag legen wir eine etwas kürzere Strecke von etwa 22 km zurück. Morgens verabschiedet sich Herbert S., und Heike M. rudert mit uns - an diesem Tag von Marktheidenfeld nach Wertheim. In der Mittagspause muss improvisiert werden, der Campingplatzbiergarten in Bettingen hat Mittagspause , der Landdienst hat die Lokalisation verwechselt: hier zeigt sich die großzügige Bereitschaft zum Verzicht auf kulinarische Besonderheiten, ein paar Hanutas und Haribos tun´s auch mal , und schon geht´s weiter nach Wertheim. Beim Anlegen dort bietet sich die Gelegenheit für ein Bad im Main. Eine köstliche Erfrischung und angesichts der starken Strömung eine kleine körperliche Herausforderung, wieder schwimmend zurück zum Steg zu kommen. Am Abend machen wir einen Spaziergang in die hübsche Altstadt Wertheims. Mit der Überquerung des Mains laufen wir gewissermaßen von Bayern nach Baden-Württemberg, um in dem „staubfreien“ Biergarten der Wirtschaft „Zum goldenen Adler“ zu Abend zu essen.

Für die allerletzte Etappe beschließen wir, uns auf ein Männer- und ein Frauenboot aufzuteilen. Wir Frauen dürfen das Boot wählen und entscheiden uns für die „Wolkenstein“, hieraus entsteht dann auch unser Name: die „Wolkendrachen“! Katharina und Bettina wechseln sich mit Steuern ab. Katharina gibt das Startsignal: „Das Frauenboot auf dem Weg zum Gold….“ In diesem Fall von Wertheim nach Dorfprozelten, eine Strecke von knapp 20 km. Klaus und Herbert D lotsen uns vom Land aus durch eine Schleuse und in den kleinen Hafen, wo wir stolz als erste und mit Blumenschmuck einfahren! Auch hier nutzen wir die Gelegenheit, im Main zu schwimmen und beenden die schöne Fahrt mit einem reichhaltigen (ich sage nur XL-Schnitzel) und leckeren Mahl. Wir sind ein bisschen traurig, dass die gemeinsame Zeit schon zu Ende ist und denken schon mal über eine Fortsetzung nach, vielleicht die weitere Strecke flussabwärts bis nach Hanau….

Abschließend nochmal ein herzliches Dankeschön an Siegrun und Klaus, wir freuen uns aufs nächste Mal!

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