10.12.2011
Ganz nah dran an Olympia in London
Bereits zum dritten Mal ist Lisa Kemmerer von der Hanauer Rudergesellschaft (HRG) bei der Wahl zur HANAUER Sportlerin des Jahres dabei. 2008 und 2010 musste sich die 21-Jährige mit den Plätzen zwei und drei begnügen. Diesmal hätte die sympathische Ruderin sicher nichts gegen einen Platz ganz oben auf dem Treppchen einzuwenden.
Ihren Teil hat Kemmerer mit ihren sportlichen Erfolgen im vergangenen Jahr jedenfalls dazu beigetragen. So schaffte sie den Sprung in den A-Kader des Deutschen Ruderverbandes, zog ins Leistungszentrum nach Dortmund und holte im Juni mit dem Frauen-Achter etwas überraschend den Sieg bei einem Weltcup-Rennen.
Herber Dämpfer
Bei der Weltmeisterschaft im slowenischen Bled zwei Monate später setzte es allerdings einen herben Dämpfer. Als Minimalziel hatten Kemmerer und ihr Team einen Platz unter den ersten fünf und die damit verbundene direkte Olympiaqualifikation angestrebt. Am Ende verpassten sie den Finallauf um drei Zehntelsekunden und landeten so nur auf einem enttäuschenden achten Platz. „Wir hatten ein paar innermannschaftliche Probleme, ein paar Krankheitsfälle und einfach auch ein bisschen Pech“, erinnert sich Kemmerer.
Neue Leistungssteigerungen
Die Probleme sind mittlerweile aus dem Weg geräumt. Nun wollen Kemmerer und ihre Kolleginnen ihre letzte Chance auf Olympia 2012 nutzen. Zwei Tickets nach London sind nämlich noch zu vergeben, dafür muss der Frauen-Achter beim Weltcup in Luzern am letzten Mai-Wochenende aber mindestens Zweiter werden. Eine Herausforderung, der Kemmerer optimistisch entgegen sieht: „Die Chancen stehen grundsätzlich nicht schlecht. Wir haben wieder neue Leistungssteigerungen zu verzeichnen und sind momentan sehr zufrieden wie es läuft.“
"Das ging alle so schnell"
Überhaupt kann sich Kemmerer über ihre sportliche Entwicklung in den vergangenen Monaten und Jahren nicht beklagen. „Ich habe nie damit gerechnet, überhaupt schon so nah an Olympia dran zu sein. Das ging alles so schnell“, freut sich die Hanauerin, die für ihr großes Ziel 25 Stunden pro Woche trainiert. Und falls es für sie persönlich dann doch noch nicht für Olympia 2012 reichen sollte, könnte sie mit ihrer Partnerin im Zweier immer noch bei der U23-WM antreten. Dort würde sie aller Voraussicht nach sogar um eine Medaille mitfahren.
Auf die Stimmen kommt es an
Aber bevor es für Kemmerer auf der Jagd nach Medaillen in die große weite Welt geht, wird sie erstmal am 24. Januar im Culture Club in Hanau zugegen sein. „Das ist eine echt schöne Veranstaltung und ich freue mich sehr darauf“, sagt sie, auch wenn ihre Hoffnung nicht besonders groß ist, dass sie im dritten Anlauf den begehrten Titel HANAUER Sportler des Jahres mit nach Hause nehmen darf. Kemmerer: „Die HRG mit ihren 400 Mitgliedern kann da leider nicht viel ausrichten gegen einen Großverein, der über 1000 Stimmen mobilisieren kann. Und meine Facebook-Freunde“, so Kemmerer, „werden da bestimmt auch nicht ausreichen.“
Hanauer Anzeiger vom 10. Dezember 2011
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